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Zitat von VW-Mech Heist also der Umbau ist gelungen? |
Letztlich ja.
Da ich es immer blöd fand, wenn Leute um Hilfe bitten, dann aber nicht schreiben, wie sie das Problem lösen konnten, wollte ich gerne einen etwas ausführlicheren Erfahrungsbericht schreiben, komme aber erst jetzt dazu.
Grundsätzlich würde ich sagen, dass es auch für einen Laien möglich ist, die Steuerkette und den Spanner zu wechseln auch wenn es in meinem Fall viel Schweiß und auch Lehrgeld gekostet hat. Der Ausbau ist doch recht umfangreich: erstmal Kühlerbehälter, Behälter für die Servoflüssigkeit, diverse Leitung und diese verdammte Motorbefestigung ausbauen, wobei man die Motorbefestigung so gut wie nicht rausbekommt und sie dann irgendwie immer im Weg umgeht. Die oberen Schrauben der Befestigung bekommt man am besten auf, wenn man den Motor mittels Traverse oder einem Wagenheber, den man unter der Ölwanne mit einem Brett positioniert, hochhebt. An die untere kommt man am besten, wenn man den Motor möglichst weit runter lässt. Dann den Keilriemen und den Zahnriemen ausbauen. Vorher die OT Stellung auf dem Kurbelwellenrad markieren. Hierzu gibt es ein gutes, englischsprachiges Video auf Youtube von "Deutsche Auto parts", was den Aus- und Einbau des Zahnriemens gut erklärt. Beim Ausbau der Nockenwellen soll man das Kurbelwellenrad gemäß Reparaturanleitung von VW etwas gegen den Uhrzeigersinn zurückdrehen, damit die Halterungen der Nockenwellen besser entlastet sind. Dann die Schrauben vom dritten und fünften Nockenwellensattel der vorderen und hinteren Nockenwelle abwechselnd Stück für Stück und immer über Kreuz aufschrauben. Hier muss man wirklich vorsichtig und langsam vorgehen, da auf den Schrauben immer Druck vorhanden ist und wenn man die zu schnell und einseitig aufschraubt, die Nockenwelle verkantet oder sogar brechen kann. Da ich auch die Simmeringe getauscht habe, habe ich vorher noch das Nockenwellenrad abgebaut. Am meisten bin ich dann bei dem Versuch verzweifelt, die beiden Nockenwellen dann wieder sauber in die OT Stellung zu bekommen. Hier sind mir Fehler unterlaufen, die die Profis hier vermutlich zum Schmunzeln bringt. Der Nockenwellenversteller wird mit einem Montagewerkzeug geliefert, der die beiden "Backen" (keine Ahnung wie die Teile richtig heißen, über die die Steuerkette läuft) zusammendrückt. Diesen habe ich, um vermeintlich mehr Platz zu haben, einmal zu sehr angezogen, so dass der untere Backen aus der Arretierung herausgesprungen ist und ich nochmals einen neuen besorgen musste.
Ferner habe ich es nicht geschafft, wieder alle Nockenwellensattel zu montieren ohne dass sich die Nockenwellen wieder aus der OT-Stellung gedreht haben. Nach diversen Versuchen ist mir dann endlich eingefallen, dass dies aufgrund des zurückdrehens der Kurbelwelle aus der OT-Stellung auch gar nicht klappen kann. Man kann also entweder die Kurbelwelle erst wieder auf OT Stellung bringen oder man verlässt sich zunächst darauf, dass der Abstand der Kettenglieder zwischen den beiden Markierungen der OT-Stellung bei den Nockenwellen genau 16 Rollen der Kette beträgt. Beim Festziehen der Schrauben der Nockenwellensattel sollte man übrigens noch vorsichtiger vorgehen, als beim Öffnen. Die Nockenwellen verkanten wirklich sehr schnell. Daher würde ich zwischendurch die Freigängigkeit der einzelnen Nockenwellen
prüfen bevor alle Schrauben fest angezogen werden (wie alle Schrauben in dem Bereich übrigens mit 10 NM). Bei der hinteren Nockenwelle kann man das gut über das Zahnrad machen, bei der vorderen einfach mit einer Rohrzange in der Mitte der Nockenwelle (in dem rauen Bereich) etwas drehen. Was auch immer etwas fummelig ist, ist die Montage des Zahnriemens. Entweder man spannt den Zahnriemen zuerst drauf und versucht dann den Spanner zu montieren (hat bei mir gar nicht geklappt) oder man dreht das Kurbelwellenrad um einen Zahn zurück, hängt dann den Riemen ein und dreht dann langsam das Kurbelwellenrad im Uhrzeigersinn, bis der Riemen drauf springt. Noch zwei Mal das Kurbelwellenrad komplett um 360 Grad drehen und dann natürlich OT-Stellungen (Kurbelwellenrad, Nockenwellenrad und Nockenwellen auf der Seite der Steuerkette)
prüfen. Beim Abdichten des Deckels ein wenig Silikonmittel in die Übergänge und über den Halbmond der Dichtung streichen. Für die Abdichtung der Halterung am Nockenwellenzahnrad und für die Metalldichtung unter dem Kettenspanner habe ich ganz dünn ein Flächendichtmittel aufgetragen. Hierbei aufpassen, dass man die Öffnung für den Öldurchlauf (erkennt man an einem kleinen Filter) nicht "zukleistert".
Das soll keine vollständige Reparaturanleitung sein, sondern nur Punkte beschreiben, an denen ich wirklich verzweifelt bin. Geholfen hat mir am meisten ein Video von "Schrauba" auf Youtube. Das geht über 1 1/2 Stunden und erklärt das meiste wirklich gut, leider aber auch nicht alles. Mein Motor saugt zwar leider immer noch irgendwo etwas Falschluft (erkennbar an den Lamdawerten) und ich finde ums verrecken nicht die Stelle aber ansonsten läuft er wieder einwandfrei. Sollte jemand den Reparaturleitfaden von VW benötigen (wobei der nicht wirklich ausführlich ist) kann er mich gerne per PN anschreiben.