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Alt 23.11.2022, 22:23      Direktlink zum Beitrag - 81 Zum Anfang der Seite springen
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@Hannes,

ich weiß schon recht genau was ich wie schweißen kann/darf und was nicht. Wenn ich einen kleinen Teilersatz einbaue, dann kann ich das durchaus auf Stoß machen (unabhängig davon, was der TÜV dazu meint). Hierdurch wird die Stabilität der Karosse wohl kaum geschwächt. Sollte ein Schweller komplett ersetzt werden müssen oder ggf. auch andere größere Teile, dann muß man das anders machen.

Ich repariere nun seit knapp vierzig Jahren Autos, die von mir vorbereiteten Autos gingen nahezu alle beim ersten mal über die HU. Und wenn nicht, dann fand der Prüfer zumindest keine Rostecken oder schlecht/falsch eingeschweißten Bleche, dann lag es an schiefziehenden Bremsen oder anderen Malaisen. Und dabei war ich bei nahezu allen HU-berechtigten Institutionen, von TÜV über DEKRA bis KÜS, GTÜ, usw.

Zudem darf man gerne auch mal darüber nachdenken, daß der TÜV jegliche Haftung von sich schiebt (Stichwort: "zerlegungsfreie Sichtprüfung"). Selbst wenn der TÜV-Prüfer bei der HU-Prüfung Deine Motorhaube schließt und sich diese bei der anschließenden Heimfahrt löst und z.B. aufspringt, dann machst du rechtlich gar nichts gegen den Dampfkesselprüfverein. Durchrostungen unter "Schutzanstrichen (wie z.B. der von VW verwendete PVC-UB Schutz) werden von den Prüfern meist ebenso wenig bemerkt. Wenn ich selbst das Auto durchsehe, dann stoße ich aber auf solche Schäden und diese behebe ich dann auch! Aber das nur am Rande!

Damit belasse ich es auch dabei, ich weiß was ich wie schweißen kann und wie es auszuführen ist, daß die Festigkeit gegeben ist. Und ich weiß wo meine Grenzen sind.



Geändert von *Wolfgang* (23.11.2022 um 22:27 Uhr)
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Alt 23.11.2022, 23:44      Direktlink zum Beitrag - 82 Zum Anfang der Seite springen
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Benutzerbild von Stephan L.
 
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Schweller werden immer überlappend geschweißt. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Es gibt hierfür Richtlinien.

Alles, aber auch alles was Hannes hierzu bislang geschrieben hat, würde ich so unterschreiben.

Und eins noch Omega... Lieber schlecht geschweißt, als gut gespachtelt. Trenne die morschen Bleche raus und setze neue rein. Such Dir ne Selbsthilfewerkstatt und einen der Dir dort zeigt, wie es geht. Die paar Blechteile winkeln und einsetzen ist keine grosse Kunst. Man muss sich nur die Zeit dafür nehmen. Aber ehrlich, lass die Spachtelei. Das ist grausamster Pfusch und eigentlich schon ne Schande, hier überhaupt darüber zu berichten. Sorry, wenn ich das mal so direkt sage.

Bei den äußeren Schwellerblechen handelt sich um Sekundärträger mit stabilisierender Wirkung. Wenn man hieran schweisst, dann nur gemäß den Richtlinien zur Unfallinstandsetzung. Diese sehen totsicher keine auf Stoss geschweissten Nähte vor, sondern immer überlappende Reparaturen mit Lochpunktschweissung oder maximal kurzen Nähten, sprich nach kurzer Naht eine Nahtunterbrechung die der Nahtlänge entspricht. Hintergrund des Ganzen ist die Wasserstoffversprödung beim Schweissen dieser Bleche. Wenn es bricht, bricht ja nicht die Naht selbst, sondern das Blech direkt daneben. Das werden die Schreiberlinge hier ja wissen.
Hintergrund ist die Wasserstoffversprödung. Möge sich jeder selbst dazu belesen.
Genau aus diesem Grunde gibt es Richtlinien zur Unfallinstandsetzung, die natürlich genau so für die Instandsetzung von Korrosionsschäden gelten. Diese sind auch eindeutig und bei Nichtbeachtung gibts dann halt keine neue Plakette. Natürlich nur, wenn der Prüfer dies auch feststellt.

Die eigene Sicherheit sollte einem das Minimum an Mehraufwand aber auch wert sein.

Manchmal denke ich tatsächlich, dass hier solche Themen nur eröffnet werden, um Diskussionen zu entfachen und Leben in die Bude zu bringen, obwohl es im Golf4.de doch eigentlich unnötig ist.

Geändert von Stephan L. (24.11.2022 um 00:18 Uhr)
Stephan L. ist offline  

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Liberolix (24.11.2022), M113 (24.11.2022)
Alt 24.11.2022, 00:44      Direktlink zum Beitrag - 83 Zum Anfang der Seite springen
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Standard Schweller TÜV-gerecht schweißen

Hallo Wolfgang,
mach wie Du meinst - die Verantwortung muss hier sowieso jeder selber übernehmen.

Zu unserem Thema Stabilität schwächen bzw. TÜV-gerecht schweißen hab ich gerade einen alten Bericht von der Zeitschrift OldtimerMarkt gefunden. Darin kotzt sich der Redakteur anfangs darüber aus, was der Prüfer ihm beim Durchfallen mit auf den Weg gegeben hatte : "..das dürfen sie nur punkten, nicht durchschweißen" und wird letztendlich einsichtig und zitiert dann aus einer damalige Broschüre der TÜV-Prüfstellen zum Thema "Korrosionsreparaturen an PKW". Danach sind tragende Teile
"Kasten- oder Hutprofile, Türschweller, diagonal verstrebte Blechteile .....Innenwände der Radhauskästen...."

Zitat:
Zitat von Broschüre TÜV-Prüfstelle (aus OM SH19) zu Richtlinien für tragende Teile
"soll nun ein tragendes Teil geschweißt werden muss die ursprüngliche Festigkeit des Bauteils wiederhergestellt werden.... durch stumpfes Einschweißen eines neuen Bleches ist dies leider nicht zu erreichen, weil das Material auf beiden Seiten neben einer durchgezogenen Naht durch Hitzeeinwirkung geschwächt wird und eine Sollbruchstelle entsteht. Schweißpunkte in bestimmten Abständen (Faustregel 25fache Blechstärke) ......sind aber nicht so belastbar. Daraus ergibt sich folgende TÜV-Forderung: " Tragende Teile müssen mit überlappenden Blechen punktverschweißt werden"

Hannes

Geändert von Liberolix (24.11.2022 um 00:52 Uhr)
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Stephan L. (24.11.2022)
Alt 24.11.2022, 22:10      Direktlink zum Beitrag - 84 Zum Anfang der Seite springen
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Hannes, ob Du es glaubst oder nicht: ich habe die Oldtimer-Markt seit der ersten (!) Ausgabe vom Oktober 1980! Daher habe ich auch schon genug zum Thema gelesen und meinen Schweißapparat hab ich nicht zum 1. mal in der Hand.

Wenn ich ein Blech in der Größe von ca 3 Briefmarken (sinnbildlich!) einschweiße, dann hab ich kein Problem damit das durchzuschweißen. Nicht in einem Stück, wohl aber im "Pilgerschritt", ich ziehe also keine durchgehenden Nähte! So hat das auch der Prüfer gemeint als ich ihm die Bilder der Rostschäden gezeigt habe (beim Besuch zur HU war der Schaden bereits instandgesetzt, in diesem Fall wurde gelocht und gepunktet)

Baue ich einen größeren Teilersatz oder noch was umfangreicheres ein, dann sind die entsprechenden Vorgaben einzuhalten. Das habe ich aber auch so geschrieben und so habe ich auch die von mir beschriebene Reparatur durchgeführt.

Ich denke das geht auch mit Deiner Haltung konform, zumindest gehe ich davon aus.


*Wolfgang* ist offline  

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